Durch einen schönen Artikel von Urmel fiel mir wieder ein, dass es ja tatsächlich mal sowas wie handschriftliche Briefe gab. Vor gefühlten 100 Jahren kam bei uns mal eine Tante von “Letternet” in die Klasse. Die “Klemm-brett-Mappe” die wir von ihr geschenkt bekamen, habe ich sogar heute noch. Damals enstanden zwei lange Brieffreundschaften, eine mit einer Engländerin, eine mit einem Jungen aus den USA, erstere dauerte sogar über Jahre an.
Ich weiss noch genau, wie toll es war, alle paar Tage ganz gespannt zum Briefkasten zu laufen, um zu schauen ob Post für mich dabei ist. Und dann ganz aufgeregt die Briefe zu öffnen und zu beantworten. Mal davon abgesehen, dass ich finde es ist eine super Möglichkeit das Englisch zu verbessern bzw. zu schulen (fragt mich nicht wie alt ich da war, es wird so 6., 7. Klasse gewesen sein), war es einfach herrlich, viel von anderen Menschen die weit weit weg wohnen und ganz anders leben, zu erfahren. Leider schlief dieser Briefverkehr irgendwann ein.
Woran ich mich auch gerne erinnere sind unsere “Schreib-Bücher” während der Schulzeit. Ich hatte einige Freundinnen mit denen ich regelmäßig Briefe schrieb, einige ausm Dorf, die auf andere Schulen gingen, aber auch aus der eigenen Klasse. Und mit einigen sogar richtige Bücher, die wir füllten und uns dann hin und her reichten. Neben Tagebuch schreiben, war das definitiv eine meiner Lieblingsbeschäftigungen, ich habe das (handschriftliche) Schreiben schon immer geliebt, auch wenn meine Schrift schon immer seeeehr schlimm war ^^
Von diesen Büchern habe ich keins mehr (bis auf meine Tagebücher, die zu lesen alle paar Jahre ist einfach zu lustig ^^), von den Briefen aber 3 dicke Hefter voll, von denen ich mich nicht trennen kann. Einmal im Jahr oder seltener werden die (unter anderem auch Liebes
-) Briefe mal hervor gekramt und in Erinnerung geschwelgt und herzhaft gelacht. Ich glaub der letzte ist von vor 8 Jahren.
Denn heute gibts ja SMS. Und mails. Und Internet ja sowieso. Finde ich praktisch, wirklich. Ohne könnte ich definitiv nicht wirklich leben. Mal ein Wochenende bei den Eltern, ohne Internet, ist wirklich schön und entspannend, aber nach einigen Tagen fühlt man sich doch irgendwie von der “Welt da draussen” abgeschnitten und ich freu mich dann immer wieder auf zu Hause, neue mails/Blogeinträge lesen. Allerdings bin ich im Gegensatz zu früher da wirklich schreibfaul geworden. Es passiert schon mal, dass einige Beschwerden von Freunden kommen, dass ich ewig nicht antworte. Warum das so ist, kann ich nicht mal genau sagen, vielleicht weil ich mittlerweile lieber telefoniere =) Ach ja….die ersten Handys damals…aber das ist eine andere Geschichte =)
Will sagen, es ist toll, heutzutage schnell mal ´ne SMS oder ´ne mail zu schicken. Vor allem weil sie auch lesbar sind ^^, aber es geht doch nichts über einen selbst geschriebenen Brief, den man aus dem Postkasten holt und bei ´nem Kaffee gemütlich beantwortet. Ich muss mal gucken, ob es Letternet noch gibt….