Paul Carson: Platzangst
Dr.Frank Ryan, Arzt in einem Hochsicherheitstrakt für Schwerverbecher, wird nachts in seinem eigentlich ziemlich gut gesichterten Appartment überfallen und fast getötet. Und entführt. Als er wieder freigelassen wird, ist es, als hätte der Überfall nie stattgefunden und jeder in seinem Umfeld scheint sich gegen ihn zu wenden. Seine Freundin ist verschwunden und irgendwann findet er sich inmitten eines gefährlichen Spiels innerhalb des Gefängnisses wieder.
Ein anfangs spannendes Buch, was schnell ziemlich langweilig wird. Die Handlung ist etwas zu langgezogen und kommt nicht zum Punkt. Ich hab es nach den ersten 100 Seiten für eine Weile weggepackt, da ich mich nicht mehr zum weiterlesen motivieren konnte, was echt selten passiert. Zu viele Personen, zuviele undurchsichtige Verstrickungen. ALs ich es dann irgendwann doch wieder zur Hand genommen hab, war ich ganz froh, da es auf den letzten 100 Seiten dann wiederum doch noch sehr spannend wird. Und man bekommt nach und nach das Gefühl, dass so eine Story durchaus auch im reallife denkbar ist……Leider ein etwas unbefriedigendes Ende.
Jay Asher: Tote Mädchen lügen nicht
Der junge Clay Jensen bekommt ein Päckchen mit einigen Kassetten zugeschickt. Schon nach den ersten Sekunden der ersten Aufnahme wird ihm klar, dass hier Hannah Baker spricht, seine heimliche Flamme, die sich vor kurzem das Leben genommen hat. Nach und nach hört er sich alles an, jede Seite einer Kassette für eine Person bestimmt, die durch ihre Handlung Hannahs Leben beeinflusst und ihre Todessehnsucht bestärkt hat. Clay fragt sich nur, warum grade er die Kassetten dann bekommen hat…was hat ER Hannah “getan”? Und was all die anderen? Und wer ist der nächste auf der “Liste”, der die Kassetten bekommen soll?
Ein echt tolles Buch. Ich habs bei meiner liebsten S. neulich entdeckt, weil ich grad kein neues Buch da hatte. Sie meinte, ich solle mir nicht zuviel davon versprechen, da es “nur” ein Jugendbuch sei und schon ewig bei ihr rumläge. Aber hey, ich fands klasse. Ein guter “Krimi”/”Thriller” (?!) muss nicht immer nur so vor gewaltätigen Handlungen und Blutvergießen strotzen um anschaulich oder spannend zu sein. Im Gegenteil, schon von der ersten Seite an, hat man sein eigenes Bild vom Ort des Geschehens im Kopf, von den Ereignissen und Personen. Und ich konnte nicht aufhören zu lesen, wollte unbedingt wissen wie es weiter geht und wer als nächstes auf den Kassetten ist und vor allem warum. Und mit dem was am Ende noch rauskommt, hab ich wirklich nicht gerechnet. Teils auch weil tatsächlich auch ab und an mal der Gedanke aufkam….”mhhh, okay, war schon scheisse, aber deshalb gleich Tabletten nehmen?!”….aber die Summe des Ganzen……. einfach nur krass……! Ein Buch, was ich jederzeit empfehlen würde und vielleicht auch ein bisschen zum Nachdenken anregt, wie blind man manchmal anderen gegenüber durchs Leben geht….
Joy Fielding: Im Koma
Casey Marshall lebt ein rundherum tolles Leben. Erbin eines stinkreichen Vaters, tolles Haus, tollte Freunde und den perfekten Ehemann. Bis sie eines Tages im Krankenhaus aufwacht. Bis sie merkt wo sie ist, vergeht allerdings einige Zeit, da sie zwar “wach” ist, jedoch absolut nichts sehen oder sich bewegen kann, geschweige denn sprechen oder anderswie bemerkbar machen kann. Hören kann sie jedoch und stellt nach und nach völlig schockiert fest, dass es kein Unfall war, der sie ins Wachkoma befördert hat. Wollte ihr etwa ihre beste Freundin ans Leder, die stinksauer war als Casey die gemeinsame Firma verlassen hat? Oder doch ihre drogensüchtige Schwester, der es immer nur ums Geld geht?? Nach und nach scheinen einzelne Köperfunktionen zurück zu kehren….doch der “Täter” ist ganz in der Nähe und will dies um jeden Preis verhindern….
Was für ein klasse Buch! Hat sich der Männe gekauft und war so schnell damit durch das ich es kaum glauben konnte….wie ja schonmal erwähnt, ist er bis vor kurzem nicht so der Lesewurm gewesen….. Und ich konnte mir auch nicht so recht vorstellen, wie ein Buch über mehrere Hundert Seiten spannend sein soll, wenn die ganze Handlung anscheinend in einem einzigen Raum statt findet, noch dazu von einer Person gesprochen die “nur” hören kann. Doch das hat die Autorin wirklich super hinbekommen. Nicht nur durch einzelne Rückblicke und Erinnerungen der Protagonistin bleibt das ganze anschaulich, auch die Schreibweise ist einfach wunderbar. Und es kommen einfach zuviele Täter infrage, als das es langweilig werden könnte =) Selbst als das Geheimnis gelüftet wird, möchte man das Buch nicht weglegen, sondern unbedingt wissen wieso,weshalb,warum und wie gehts weiter. Absolut lesenswert!